Schmuck im Mittelalter & LARP Teil 3

Wenn man heutzutage an Wikingerschmuck denken viele gleich den Thorshammer, den es auch gegeben hat, aber der im Frühmittelalter nur ein Bruchteil der Schmuckstücke unter Wikinger ausgemacht hat. In der Zeit von 6. bis 11. Jahrhundert schufen skandinavische Kunsthandwerker beeindruckende und herausragende Schmuckstücke, die in der damaligen Zeit hochbegehrt waren. Aus Materialien Knochen, Horn, Bronze, Silber und Gold schufen Sie Meisterwerke, die sich mit Schmuck aus dem fernen Byzanz problemlos messen konnte. Allerdings gab es Unterschiede zwischen Schmuck für Männer und Frauen trugen, da er oft Funktion und Standessymbol vereinte und je nach Stand entsprechend detailliert war.

 

Das beste Beispiel ist die Fibel der Wikinger, die für deren Gewandung als Verschluss und Schmuckstück unverzichtbar war. Über die Jahrhunderte der Wikingerzeit entwickelte sich eine breite Auswahl an Form und Machart wie die Hufeisenfibel, Scheibenfibel, Kleeblattfibel, Polyederfibel, Gleicharmfibel, Dosenfibel, Schalenfibel oder Tierkopffibel.

 

Wikinger-Frauen trugen oft Kleeblatt- oder Scheibenfibel, auch bekannt als Schildkrötenfibel oder Ovalfibel. Diese wurden paarweise an dem Überkleid des Gewandes befestigt und waren Halterung für Schmuck und Gebrauchsgegenständen des täglichen Bedarfes. Bei den Männern war das Ganze nicht so festgelegt, Sie trugen angefangen von der handgeschmiedeten und tordierten Hufeisenfibel aus Stahl, über Kleeblatt- und Ringfibel aus Bronze verziert mit Gesichtern und Schmuckelementen bis hin zu edlen Scheibenfibeln aus Gold und Silber verziert mit Tierköpfen. Eine alternative Form zum Schließen der Kleidung war die Gewandnadel, die von Frau wie Mann verwendet wurde und natürlich auch in den unterschiedlichsten Formen und Materialien Verwendung fand.

 

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Ein weiteres Schmuckstück was dem Stand entsprechend von Frau wie Mann getragen wurde waren Ketten. Diese wurden oft aus Bronze, Silber oder Golddraht gefertigt und mit einer Mischung aus Amulette und Perlen aus Glas- oder Edelmetallen versehen. Dabei kam den Amuletten eine besondere Bedeutung zu. In der Mythologie der Wikinger gab es viel Götter und deren Schutz trug man gerne bei sich, was zu einer ansehnlichen Sammlung an Halsschmuck und bei jedem Einzelnen führen konnte. Auch der oben erwähnte Thorshammer war so typisches Amulett, was in den verschiedensten Macharten aus Stahl, Knochen, Bronze, Silber und Gold getragen wurde.

Neben Amuletten wurden auch eine Vielzahl von Ringe getragen, die filigran und offen, aber auch massive sein konnten wie Prunkringe und mit den wikingerzeitlichen dreieckigen Verzierungen, einfachen Reliefprägungen, Tierköpfe, Wellen oder Kreisaugenmotiven verziert wurden. Weit verbreitet waren auch sogenannte Flechtringe, bei denen der Schmuckdraht ineinander verflochten wurde und so einzigartige Muster erzeugte. Nur Ringe mit Edelsteine kamen allenfalls als Beute- oder Handelsgut in den nordeuropäischen Raum, dort hergestellte Funde gibt es bis heute nicht.

 

Ein weiteres Schmuckstück was Berühmtheit erlangt hat durch verschieden Filme und Serien heutzutage ist der Armreif, welcher in zahlreichen Formen und Variationen vorkam. Dabei war er nicht nur Schmuckstück, sondern wurde oft als tragbares Zahlungs- oder Tauschmittel verwendet. Der Stand zeigte sich durch Material und Verzierung, wobei einige Meisterwerke entstanden wie Funde aus Haithabu und Gotland bewiesen haben. Eine weitere Form des Schmuckreifes ist der Halsreif oder auch Torques genannt. Diese waren meist schlank, wurden aus Bronze-, Silber- und Golddraht gefertigt und von Mann wie Frau getragen.
 

Heutzutage wird Wikingerschmuck aus unterschiedlichen Gründen getragen, Amulette wie zum Beispiel der Thorshammer sind in der Metal Musik Scene sehr beliebt unter Bands und deren Anhängern. Fans von Fantasy- und Mittelalterfilmen und Serien tragen gerne Merchandise und so auch Schmuck Ihrer Idole, die durchaus authentische oder zumindest historisch angelehnt sind. In der Mittelalter- und Reenactment Szene wird aus logischen Gründen am häufigsten Wikingerschmuck getragen, meistens auch privat. Insbesondere die Schutzamulette haben für viele Menschen auch heute noch Bedeutung und Nutzen und das nach mehr als 1000 Jahre.

 

 

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